Die zwei Türme

Store Tårn – der große Turm

Die markanten Wahrzeichen der Ertholmene – der Große Turm auf Christiansø und der Kleine Turm auf Frederiksø – wurden als zentrale Verteidigungsbauten der Seefestung errichtet. Heute dienen sie als Museen. 

Der große Store Tårn, dem im Jahr 1800 ein Leuchtfeuer aufgesetzt wurde, wurde von 2014 bis 2018 umfassend saniert. Der Turm hat ein spektakuläres, sehr schönes Glasdach als Überbau erhalten, das zur Schaffung eines einzigartigen architektonischen Raums beträgt, der einen ansprechenden Rahmen für die Dauerausstellungen über Geschichte und Natur sowie für wechselnde Kunstausstellungen und Installationen bietet. Die faszinierende digitale Animation des Angriffs der Engländer auf Christiansø im Jahr 1808 ist für Erwachsene und Kinder gleichermaßen zu empfehlen. Auch die unglaubliche 360-Grad-Aussicht, die die ringförmige Aussichtsterrasse des Store Tårn über die gesamte Inselgruppe bietet, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Mehr über die Sanierung des Store Tårn lesen Sie bei Realdania (auf Dänisch).

FOTOAUSSTELLUNG VON JANNE KLERK IM STORE TÅRN 2019


Lille Tårn – der kleine Turm

Der kleinere Lille Tårn sieht heute noch aus wie damals in der Festungszeit. Er beherbergt ein Heimatmuseum, in dem militärhistorische und lokalhistorische Ausstellungen gezeigt werden. Allein das hübsche Modell der Seefestung anno 1850 im obersten Stockwerk ist einen Besuch wert.

Der Besuch beider Türme ist ein echtes Erlebnis.


Verfall und Sanierung des Großen Turms

Der Store Tårn ist ein Bauwerk von besonderem kulturhistorischem Wert und diente einst zusammen mit dem Lille Tårn zur Verteidigung der Einfahrten in den natürlichen Hafen zwischen den Inseln. Die beiden Türme stehen wie die gesamte Festungsanlage unter Denkmalschutz.

Im Jahr 1800 wurde zwischen den beiden Ringmauern der Leuchtturm aufgebaut, das ursprüngliche Ziegeldach wurde durch eine mit Zinkblechen verkleidete Kuppel ersetzt. Der Turm widerstand dem Beschuss durch die englische Flotte 1808. In den 1840er-Jahren wurde die äußere Ringmauer aufgestockt, wodurch ein dahinter liegender Wehrgang verschwand. Zugleich erhielt der Turm am tiefer gelegenen ersten Mauerkranz aus gelben Ziegeln ein neues flaches, mit Kupfer verkleidetes Terrassendeck.

Die Festung wurde 1855 stillgelegt, und der Turm, seiner Funktion beraubt, begann zu verfallen. Das militärische Kommando wurde 1863 endgültig niedergelegt.

Im Jahr 1879 war der Verfall so weit fortgeschritten, dass die verrotteten Holzgänge und das Flachdach entfernt werden mussten. Seit damals stand der Große Turm ungeschützt ohne Dach da, und das raue Ostseewetter trug zum langsamen Verfall bei.

Erhalt durch Entwicklung

An der Restaurierung des Store Tårn wurde viele Jahre gearbeitet. Zahlreiche Skizzen und Projekte zeugen von den verschiedenen Initiativen. Im Jahr 2009 entstand mit Unterstützung der Realdania-Stiftung ein Projektvorschlag der Architektin Mette Maegaard Nielsen. Dieses Projekt bildete die Grundlage dafür, dass Realdania schließlich am 14. Januar 2014 eine Pressemitteilung herausgeben konnte, die die Finanzierung für eine umfassende Restaurierung des Store Tårn bekanntgab. Das Schlüsselwort für das Restaurierungsprojekt lautete: Erhalt durch Entwicklung.

Für die Restaurierung wurden 30 Mio. Dänische Kronen (ca. 4 Mio. €) veranschlagt, die mit 15 Mio. Kronen von Realdania, 2 Mio. Kronen von der Stifung Augustinus Fonden und 13 Mio. Kronen vom Verteidigungsministerium gemeinschaftlich finanziert wurden.  Die Restaurierung wird voraussichtlich 2019 abgeschlossen sein und den Etat nicht überschreiten.


Bauliche Gliederung

Der Turm ist wie ursprünglich in einen offenen Raum und einen überdachten Raum unterteilt. Der Turmhof in der Mitte stellt auch weiterhin ein Freigelände dar, während der Raum zwischen der äußeren und der inneren Ringmauer mit einem Glasdach gedeckt wurde, das sich zur inneren Ringmauer hin neigt. Das Glasdach ist von außen nicht zu sehen.

Der überdachte Raum ist im ersten Stock mit einem Terrassendeck versehen, das Folgendes bietet:

  • einen öffentlich zugänglichen Rundgang in Höhe der dritten Etage der Geschützpforten
  • eine begehbare Brücke zum Leuchtturm
  • allseitige Verbindungstreppen
  • Der Leuchtturm mit seinen Räumen gehört dazu

Materialwahl und Gestaltung 

Die neuen Gebäudeteile wirken straff und schlicht. Ihre präzisen Formen bilden einen Kontrast zu den alten, rauen und rohen Mauern, die sich in ihrer strengen Form wiederum von den Felsen absetzen. Dabei war es wichtig, den rauen, fast schroffen Charakter des Turms zu bewahren. Die neuen Bauelemente lassen den Turm schlicht, schön und minimalistisch erscheinen und schützen ihn, ohne Schatten zu werfen. Für den Umbau wurden so wenige Materialsorten wie möglich verwendet: Beton, Holz, schwarzer Stahl und Glas. 

Nachhaltigkeit 

Die Nachhaltigkeit war ein wesentlicher Faktor bei der Projektplanung. Die neuen Bauelemente wurden daher so gestaltet, dass sie an verschiedene Funktionen anpassbar und nicht einzig auf eine bestimmte Nutzungsform beschränkt sind. Das Motto der Ausführung lautet: ROBUST – LANGLEBIG – EINFACH.